Geschichte

Schafe und Ziegen gehören zu den ältesten Haustieren und wurden bereits vor etwa 9.000 bis 11.000 Jahren domestiziert. Schon in Urzeiten wurden neben Milch und Fleisch ihre Felle als wärmendes Kleidungsstück, als Decke oder Unterlage verwendet.

Ein wesentliches Merkmal von Schafwolle ist, dass sie verfilzt werden kann. So lassen sich daraus ohne Spinnen und Weben flächige Filzstoffe herstellen, was sich die Menschen bereits in prähistorischen Zeiten zunutze machten. Durch das Filzen wurde das Gewebe dicker, dichter und somit auch wasserabweisender und wärmer. 

Spätestens mit dem Übergang zur Bronzezeit hat sich dann auch in Europa das Spinnen von Wolle durchgesetzt, wie Funde (zB. eine Handspindel aus den Niederlanden) belegen. In der Eisenzeit wurden dann Schafe bereits auf Wollqualität mit immer dichterem Vlies gezüchtet.

Wollkleidung als Kostbarkeit

Über die Geschichte hinweg von den Kelten über die Römer bis hin zur Kaiserzeit wurde dann Kleidung aus Wolle getragen und die Züchtung verbessert. Bei den Germanen galten Kleidungsstücke aus Wolle als Kostbarkeit, da ihre Herstellung von der Wollgewinnung über das Spinnen bis hin zum Weben eine lange und mühsame Handarbeit war. So wurden sie von den Fürsten auch als Belohnung für ihre Gefolgsleute eingesetzt.

In der Zeit der Industriellen Revolution wurde der Spinnvorgang dann mechanisiert. Große Kardier- und Spinnmaschinen, wie die „Spinning Jenny“ wurden erfunden. Die Maschine sah einem Spinnrad auf den ersten Blick ähnlich, konnte aber mit bis zu 100 Spindeln gleichzeitig arbeiten. Mit dieser Maschine konnte genau ein Weber mit Material versorgt werden, was zuvor nur vier bis acht Spinner und Spinnerinnen geschafft hatten. Mit dem diesem hohen Zuwachs an Produktivität gegenüber dem Spinnrad ging diese Maschine dann als ein Meilenstein in die Technikgeschichte ein.